Preisniveau spanische Ferienimmobilien – Wachstumsgrenze erreicht
Geschrieben von Eschenbecher • Mittwoch, 25. Februar 2009 • Kategorie: ImmobilienÜber ein Jahrzehnt waren spanische Immobilienbesitzer erfolgsverwöhnt. Jedes noch so kleines Appartement mit Meerblick versprach eine sichere Wertsteigerung im Laufe der Jahre. Das spanische Wohnungsbauministerium hat aktuell eine Preisübersicht über die Quadratmeterpreise 2008 veröffentlicht und mit den Preisen von vor 10-Jahren verglichen.
Die Zahlen sind beeindruckend. Während der letzten 10 Jahre sind die Preise durchschnittlich um +67% gestiegen. In einigen Regionen wie zum Beispiel die Balearen und Andalusien, haben sich sogar mehr als verdoppelt. Und auch die zur Zeit stark gebeutelte Region Catalunya kann in den letzten 10 Jahren auf eine Preisentwicklung von +76% pro Quadratmeter zurückblicken.
Moderat hingegen die offiziellen Preisentwicklungen im Vergleich zum Vorjahr 2007. Gerade mal –3,2% hat das Ministero vivienda für gesamt Spanien ermittelt. Mit durchschnittlich 2.391,- Euro kostete 2008 der Quadratmeter auf Mallorca, Ibiza und Menorca 1,2% weniger als im Vorjahr. Nur die Kanaren melden –5%, aber mit 1.734,- Eur/qm ein Rückgang auf immer noch auf hohem Niveau.
Viele Marktbeobachter zweifeln an diesen Zahlen, melden Makler doch teilweise Preisrückgänge von 15-20% in diesen Regionen. Doch nimmt man an, dass der Rückgang konservativ gerechnet ist, müsste die Preissteigerung der letzten 10 Jahre ebenfalls nur sehr moderat angenommen sein. Wie auch immer die Zahlen und offiziellen Statistiken interpretiert werden, Fakt ist, dass der Immobilienmarkt nach 10 Jahren Boom jetzt seine Sättigungsgrenze erreicht hat.
Und damit sind wir auch in Spanien bei einer Entwicklung, die in Deutschland bereits seit einigen Jahren zu verfolgen ist: die Zeiten, als beim Immobilienkauf der Faktor Wertsteigerung quasi fest mit eingerechnet werden konnte, sind vorbei. Die Märkte haben sich auf hohem Niveau stabilisiert.
Auf einen drastischen Wertverfall dürfen Schnäppchenjäger aber nicht hoffen, bei Preissenkungen von 10-15% in guten Lagen sollte in der Regel zugegriffen werden, empfiehlt Joachim Semrau, Vorstand der Porta Mondial AG. Seine Lizenzpartner auf Mallorca zum Beispiel melden einen guten Januar 2009, die fehlenden britischen Kunden werden Großteils von Deutschen, aber auch vielen anderen EU-Bürgern, wie zum Beispiel Polen, aufgefangen.

0 Kommentare
Kommentar schreiben